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Baschwitz, Baruch

Baschwitz, Baruch Mayer. Buchdrucker. Finanzmann. Stifter und Wohltäter. * 8.12.1765 Frankfurt/Oder, † 8.9.1836 (Ffm.-)Rödelheim.
Stammte aus alter jüdischer Buchdruckerfamilie.
B. kam aus Holland nach Ffm., wo er Wolf Heidenheim kennenlernte und mit ihm die „Privilegierte Orientalische und Occidentalische Buchdruckerei“ in Rödelheim gründete. Die Druckerei, zunächst im Rödelheimer Schloss ansässig, war nach besonderer Erlaubnis (1798) des Grafen Volrath zu Solms-Rödelheim entstanden; der Graf hatte die Besitzer von den Sonderabgaben für Juden befreit. Von 1800 bis 1802 erschien Heidenheims „Machsor“, eine neunbändige Ausgabe der israelitischen Festtagsgebete in Deutsch und Hebräisch mit Kommentar, der als „Rödelheimer Machsor“ weltweit Bedeutung erlangte. 1803 erreichten B. und Heidenheim beim Reichsgrafen zu Solms-Rödelheim die Aufhebung des Leibzolls für Juden. Trotz der wissenschaftlichen Anerkennung für die in Rödelheim gedruckten hebräischen Bücher gab es finanzielle Schwierigkeiten in der Druckerei, die 1806 zur Trennung der Gründungspartner führten. B. überließ Heidenheim seinen Anteil an der Druckerei und wandte sich Finanzgeschäften zu. Initiator einer niedrig verzinsbaren Lotterieanleihe und vieler genialer Finanzpläne, u. a. für Rothschild.
Trotz früherer Auseinandersetzungen mit der Israelitischen Kultusgemeinde Rödelheim wegen der Buchdruckerei war B. 1833 und 1836 im Vorstand der Gemeinde.
Baruch-B.-Platz am Bahnhof in Rödelheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 43, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 381.
Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.
Literatur: Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. II, S. 581-585, 587-591.
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.
Quellen: Nekrolog in: Didaskalia, Nr. 289, 18.10.1836, [S. 2f.].
Didaskalia. Ffm. 1823-1934. [Belletristische Zeitschrift, die zunächst (bis 1869) mit dem Untertitel „Blätter für Geist, Gemüth und Publicität“ selbständig, dann als Unterhaltungsbeilage anderer Zeitungen (bis 1903 des Ffter Journals, dann der Ffter Nachrichten) erschien.]
| ISG, S2/5.303.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 1150817623 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Baschwitz, Baruch. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1416


Stand des Artikels: 27.8.1986

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