Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
oft lässt sich während der Artikelarbeit für das Frankfurter Personenlexikon so ganz nebenbei Erstaunliches erfahren. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass sich schon prähistorische Fledermäuse vor Jahrmillionen mittels Echoortung in der Dunkelheit orientieren konnten? Herausgefunden hat dies die Paläontologin Tilly Edinger, indem sie die Gehirne fossiler und heute lebender Fledermäuse verglich: Dabei entdeckte sie zwei Ausstülpungen im Gehirn der fossilen Fledermäuse, die auch die rezenten Tiere haben und die der Verarbeitung der von den Ohren aufgenommenen Ultraschallechos dienen.
Als Tilly Edinger vor etwas mehr als 100 Jahren am Senckenbergmuseum in Frankfurt mit der Erforschung der Gehirne fossiler Wirbeltiere begann, hielten wohl manche ihrer (meist männlichen) Kollegen die Idee für ziemlich kurios. Doch die junge Frau, Tochter des berühmten Hirnforschers Ludwig Edinger, ließ sich nicht beirren. Heute gilt Tilly Edinger als die Begründerin der Paläoneurologie. Der Artikel des Monats Juni berichtet über Leben und Werk der außergewöhnlichen Naturwissenschaftlerin. (Fledermäuse kommen in dem Beitrag allerdings nur am Rande vor.)