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Eysen, Louis

Eysen, Louis. Maler und Holzschneider. * 23.11.1843 Manchester, † 21.7.1899 München.
Aus Ffter Kaufmannsfamilie. Der Vater Philipp Bernhard E. (1807-1854) war als Kaufmann im Seidenfärbereigewerbe in England tätig und kehrte 1850 mit seiner Familie nach Ffm. zurück.
Schüler des Realgymnasiums und (seit 1861) des Städelschen Kunstinstituts. Zudem Unterricht bei Carl Hausmann (Malerei) und Alexander Stix (Holzschnitt). Als Schüler von Stix wurde E. mit den Landschaftsmalern des Kronberger Kreises bekannt. Von 1865 bis 1869 Tätigkeit als selbstständiger Xylograf. Daneben Studien in Berlin und München, wo er Victor Müller und Wilhelm Leibl kennenlernte. 1869/70 Studienaufenthalt in Paris, wo er sich auf Anraten Scholderers entschloss, sich völlig der Malerei zu widmen. 1870 Rückkehr nach Ffm. Von 1873 bis 1879 in Kronberg ansässig. Jüngstes und bedeutendstes Mitglied der dortigen Malerkolonie. Nachdem E. schon im Winter 1876/77 eine Italienreise (Florenz, Rom) zur Stabilisierung seiner Gesundheit unternehmen musste, verlegte er 1879 seinen Wohnsitz aus gesundheitlichen Gründen nach Obermais in Meran. Dort lebte er völlig zurückgezogen. Seine Bilder, zahlreiche Natur- und Landschaftsdarstellungen sowie Stillleben und Porträts, fanden u. a. aufgrund seiner eigenen Bescheidenheit zu seinen Lebzeiten wenig Anerkennung. Erst eine von seinen Freunden organisierte Nachlassausstellung, die – von Meran ausgehend – seit 1900 in vielen deutschen Städten (auch in Ffm.) zu sehen war, machte auf sein Werk aufmerksam. Besonders mit seinen Landschaften (darunter zahlreiche Taunusansichten) erlangte E. posthum Bedeutung.
Vorläufer des deutschen Impressionismus. E. überwand die stimmungsbetonte zugunsten der wirklichkeitsnahen Darstellung, wobei er sich meist auf einen engen Ausschnitt der Landschaft konzentrierte. Ölgemälde, u. a. „Stilleben mit einem Wasserglas, einer Muschel und einem Löffel“ (1869), „Bildnis der Mutter (Auguste Wilhelmine E., geb. Lemmé, 1822-1884)“ (1877) und „Blühender Apfelbaum“ (1877), sowie Handzeichnungen im Besitz des Städel Museums. Zahlreiche Bilder in Ffter Privatbesitz.
Selbstporträt (1874). Porträtiert von Leibl (1870/71; im Besitz des Städel Museums).
1925 und 1990 Gedächtnisausstellungen der Galerie Schneider in Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 194f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Dessoff, S. 37.
Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im neunzehnten Jahrhundert. Hg. auf Veranlassung des Ffter Kunstvereins. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im neunzehnten Jahrhundert. Ffm. 1909.
| NB 1985, S. 96, Nr. 562; 1992, S. 181, Nr. 1015.
Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).
| Margarete Braun-Ronsdorf in: NDB 4 (1959), S. 711f.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 28 Bde. Berlin 1953-2024. Fortgesetzt ab 2020 als: NDB-online (www.deutsche-biographie.de/ndbonline).
| Thieme/Becker 11 (1915), S. 141f.
Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.
Literatur: Städelkat. d. Gemälde d. 19. Jh.s 1972, Textband, S. 99-107.
Holzinger, Ernst (Hg.)/Ziemke, Hans-Joachim (Bearb.): Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Ffm. 1972. (Kataloge der Gemälde im Städel’schen Kunstinstitut I).
| Wiederspahn/Bode: Kronberger Malerkolonie 1982, S. 100-103, 688.
Wiederspahn, August/Bode, Helmut: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Ffter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dokumentarischen Beiträgen von Änne Rumpf-Demmer, Julius Neubronner und Philipp Franck. 3., erw. Aufl. Ffm. 1982.
Quellen: ISG, S2/2.505.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 116326174 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Eysen, Louis. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2156


Stand des Artikels: 10.2.1988

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