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Lahmeyer, Wilhelm

Lahmeyer, Friedrich Wilhelm. Elektroingenieur. * 27.4.1859 Clausthal(-Zellerfeld), † 9.12.1907 Bonn.
Gründer der Firma „W. Lahmeyer & Co. KG“ in Ffm. (1890; später „Felten & Guilleaume – Lahmeyerwerke“), die sich mit dem Bau großer Elektromaschinen und Elektrizitätswerke befasste. L. erkannte, dass der Betrieb von Fabriken und der von Stromversorgungsunternehmen organisatorisch getrennt werden musste, und gründete deshalb die „Aktiengesellschaft für den Bau und den Betrieb elektrischer Anlagen“, die erste deutsche Betriebsgesellschaft. L. gab der Elektroindustrie nicht nur als Unternehmer Impulse, sondern auch als Erfinder. So entwickelte er u. a. die die Grundform heutiger Gleichstrommaschinen darstellenden „Lahmeyerdynamos“, ein Gleichstromübertragungssystem mit Fernleitungsdynamomaschinen und ein Drehstromübertragungssystem. Auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Ffm. 1891 führte er seine Systeme mit der Übertragung elektrischer Energie von Offenbach bis zur Ausstellungshalle über eine Entfernung von zehn Kilometern vor. L.s Leistung wurde damals von Oskar von Miller (unter technischer Umsetzung von Michail Doliwo-Dobrowolski und Charles Brown jun.) übertrumpft, dem eine Drehstromübertragung von Lauffen nach Ffm., also über eine Entfernung von 175 Kilometern, gelang. Dennoch waren L.’sche Systeme bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für die Elektrizitätsversorgung von Bedeutung. L. zog sich bereits 1893 von der Führung seiner Unternehmen zurück und lebte seit 1897 in einer Nervenheilanstalt.
L.straße im Riederwald. L.brücke, eine Fußgängerbrücke über Bahngleise, zur Verbindung zwischen Riederwald und Ostend.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 437, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Helmut Mielert in: NDB 13 (1982), S. 415f.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 28 Bde. Berlin 1953-2024. Fortgesetzt ab 2020 als: NDB-online (www.deutsche-biographie.de/ndbonline).
Quellen: ISG, S2/6.428.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 11664723X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Lahmeyer, Wilhelm. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3017


Stand des Artikels: 20.8.1990

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