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May, Martin (1825-1919)

May, Johann Martin. Rotgerbermeister. Fabrikant. Kommunalpolitiker. * 11.3.1825 Ffm., † 20.5.1919 Ffm.
Sohn des Metzgermeisters und Kommunalpolitikers Johann Martin M. (1793-1866) und dessen Ehefrau Maria Magdalena, geb. Stremsdörfer (auch: Strömsdörfer), in erster Ehe verw. Hax (1798-1829). Verheiratet (seit 1851) mit Anna M., geb. Späth (1820-1912). Drei Söhne: Martin M. (1852-1929); Adam M. (1855-1936); Carl M. (1858-1880). Großvater des Architekten Ernst M. (1886-1970).
Besuch der Ffter Musterschule. Lehrzeit als Gerber in Stuttgart und Paris. 1848 Teilnahme an den Straßenkämpfen um die Volksrechte in Wien. 1849 gründete M. die Lederfabrik „Martin May“ in Sachsenhausen, zunächst in der Löhergasse, seit 1854 auf der Darmstädter Landstraße 27-38.
Von 1861 bis 1866 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung. Seit 1869 Stadtverordneter. Seit 1871 unbesoldeter Stadtrat, schied M. 1875 wegen Differenzen mit dem Magistrat aus der Baudeputation aus. Von 1877 bis 1908 wiederum Stadtverordneter als Vertreter der Demokratischen Partei, deren Vorsitzender M. lange Jahre war. Als Mitbegründer hatte er deren Neuorganisation in Ffm. nach 1866 wesentlich betrieben.
Mitglied im Eisenbahnrat und in der Handelskammer sowie im Vorstand der Lederindustrie-Berufsgenossenschaft Deutschlands.
M. beschäftigte sich auch mit der Sprachforschung und veröffentlichte u. a. „Beiträge zur Stammkunde der deutschen Sprache“ (1893).
Bestattet in der Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann A 274).
Nach M.s Tod 1919 wurde die Lederfabrik von seinen Söhnen Martin M. jr. (1852-1929) und Adam M. (1855-1936), die bereits 1881 in die Firma eingetreten waren, sowie seinem Enkel Carl M. (1883-1963) fortgeführt. 1922, als ein neues Firmengelände in der Offenbacher Landstraße 7-13 erworben wurde, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft mit Martin M. jr. als Aufsichtsratsvorsitzendem sowie Adam und Carl M. als Vorstand umgewandelt.
Martin-M.-Straße in Sachsenhausen.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 21, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Lengemann: MdL, S. 257.
Lengemann, Jochen: MdL Hessen 1808-1996. Biographischer Index. Hg. im Auftrag d. Hessischen Landtags. Mitarbeit: Andrea Mitteldorf und Roland Schmidt. Marburg 1996. [Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,7; Politische und Parlamentarische Geschichte des Landes Hessen (vormals Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen) 14].
Literatur: Altfrankfurter Firmen-Handbuch 1925, S. 127.
Majer-Leonhard, Hans (Hg.): Altfrankfurter Firmen-Handbuch. Im Auftrag der Genealogischen Gesellschaft zu Ffm. hg. (...). Ffm. 1925, Nachtrag 1927.
| Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1074.
Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Hg. v. der Handelskammer zu Ffm. Ffm. 1908.
Quellen: FZ, Nr. 70, 11.3.1915, Erstes Morgenblatt, S. 3.
Ffter Zeitung und Handelsblatt. (Ffter Handelszeitung.) / (Neue Ffter Zeitung.) Ffm. 1866-1943.
| Geburtsurkunde des Enkels Carl May, geb. am 28.4.1883 in Ffm.: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Tauf-/Geburtsbuch, Bestand STA 10/185: Standesamt Ffm. I, Geburtsurkunde 1883/I/1420 (Bd. 3, S. 220).
ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Tauf- bzw. Geburtsbücher, Ffm., 1533-1850 bzw. 1851-1909.
| ISG, Standesamt, Familienattestat M 1625 (May, Johann Martin).
ISG, Standesamt (Best. A.34.02), Personenstandsunterlagen, 1874-1992.
| KP, 1919, Nr. 125.
Kleine Presse. Stadtanzeiger und Fremdenblatt. Ffm. 1885-1922.

GND: 116859105 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: May, Martin (1825-1919). Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/464


Stand des Artikels: 18.2.1993

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