Hermann von Hoven
Fotografie von T. K. Voigt [aus Bund tätiger Altstadtfreunde zu Ffm. (Hg.): Die Brückenweihe zu Ffm. 1926, neben S. 36].
© entfällt. Diese Abbildung ist gemeinfrei.
Hoven, Hermann Emil von. Architekt.
* 7.6.1877 Ffm., † 27.12.1940 Darmstadt.
Sohn des Architekten Franz von H. (1842-1924) und dessen erster Ehefrau Anna Susanna, geb. Gioth (1845-1897). Brüder: Wilhelm, gen. Willy, von H. (1867-1935), Ingenieur; Gottfried von H. (1868-1921), Maler. Verheiratet in erster Ehe (von etwa 1900 bis spätestens 1918) mit Maria Josefa Henriette Elisabetha Anna (auch: Anna Josefa Maria) von H., geb. Raab (1875-1930), in zweiter Ehe (seit 1918) mit Elisabeth Gertraude von H., geb. Elbert, gesch. Kunert (1875-1944). Tochter aus erster Ehe: Wilhelmine Franziska Anna von H. (1901-?).
Von 1894 bis 1895 Schüler am Städelschen Kunstinstitut. Dort erster Unterricht im Bau- und Fachzeichnen, u. a. bei Wilhelm Manchot (1844-1912). Anschließend Architekturstudium an den Technischen Hochschulen in Darmstadt (1895-97) und München (1898-99). Erste berufliche Tätigkeit im Architekturbüro von Hermann Billing (1867-1946) in Karlsruhe. Reisen nach Italien, Paris und Brüssel. Seit 1902 Architekt in Ffm., zunächst im Büro seines Vaters Franz von H. Beginn der Zusammenarbeit mit dem ebenfalls dort beschäftigten Architekten Franz Heberer. Später (wahrscheinlich ab 1913) eigenes Architekturbüro in Ffm. am Untermainkai 1; vermutlich übernahm H. spätestens 1915 (zusätzlich) das väterliche Büro. Zeitweise war er mit Franz Heberer assoziiert (namentlich unter der Firma „von Hoven & Heberer“ lt. Adr. 1916-18, weiterhin mit einer gemeinsamen Büroadresse lt. Adr. 1919-23 und 1925-30). Wohl nach seiner zweiten Heirat 1918 übersiedelte H. nach Darmstadt, wo er seitdem lebte. Er blieb aber zunächst in dem gemeinsam mit Heberer genutzten Ffter Büro am Untermainkai tätig, auch wenn er zu Beginn der 1920er Jahre aus gesundheitlichen Gründen zumindest zeitweise aussetzen musste. Nominell schied H. erst 1930 endgültig aus dem Ffter Büro aus.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten BDA. Seit 1905 Mitglied der Ffter Künstlergesellschaft. Mitglied des Ffter Architekten- und Ingenieur-Vereins.
Wichtigste Bauten von H. in Ffm.: Neubau der Alten Brücke (mit Franz Heberer und Carl F. W. Leonhardt, 1914-26; stark verändert erhalten) und Erweiterungsbau (Gartenflügel) des Städelschen Kunstinstituts (mit Franz Heberer, 1. und 3. Preis im Wettbewerb 1912, Bauausführung 1915-21; verändert erhalten). Die Zusammenarbeit von H. und Heberer, anfänglich im Architekturbüro von Franz von H., hatte bereits ab 1910 zu einigen gemeinsamen Wettbewerbsteilnahmen geführt. Im Wettbewerb zum Neubau der Alten Brücke in Ffm. erhielten H. und Heberer 1911 unter 24 eingegangenen Entwürfen den ersten Preis, der mit 4.000 Mark dotiert war. Nach dem Erstellen des endgültigen Gesamtplans in Zusammenarbeit mit dem zweiten Preisträger Carl F. W. Leonhardt (1881-1918) und dem städtischen Tiefbauamt wurde der Brückenneubau Ende 1913 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und ab 1914 ausgeführt. Die Bauleitung übernahmen H. und Heberer, zunächst unter Mitarbeit von Carl F. W. Leonhardt (der jedoch im Ersten Weltkrieg fiel); aus gesundheitlichen Gründen musste sich H. ab 1920 aus dem Projekt zurückziehen, so dass die Bauleitung seitdem allein bei seinem Partner Franz Heberer lag. Aufgrund von Witterungseinflüssen (wie der Überschwemmung der Baustelle, 1915) und Zeitumständen (infolge von Erstem Weltkrieg, Inflation und wirtschaftlicher Depression) zogen sich die Bauarbeiten über zwölf (statt der ursprünglich veranschlagten zweieinhalb) Jahre hin. Am 15.8.1926 wurde die neue Alte Brücke feierlich eingeweiht. Das Brückenbauwerk nach dem Gesamtplan von H., Heberer und Leonhardt blieb allerdings unvollendet, da die vorgesehenen Aufbauten, insbesondere das „Brückenhaus“ (mit einem Restaurant und einem Vereinsheim für den Rudersport) und die Inseltreppenanlage an der Maininsel, aus Kostengründen nicht zur Ausführung kamen.
Weitere Bauten von H.: Wohnhaus von H. in der Steinlestraße 36 in Ffm.-Sachsenhausen (als eigener Wohnsitz, 1905; in geringen Resten erhalten, aber weitestgehend durch Neubau ersetzt), Villa Franz Pyhrr in Freiburg/Breisgau (als Kaufmannsvilla, 1906; erhalten), Villa Zacharias in Königstein/Taunus (als Hotelpension, 1908; erhalten), Familiensitz Weißer Berg in (Neuwied-)Niederbieber (Gesamtanlage mit drei Villen und Pförtnerhaus, errichtet für die Direktoren des Eisenwerks Rasselstein; mit Franz Heberer, um 1912; erhalten) u. a.
Weitere Wettbewerbsentwürfe von H.: Genesungsstätte Hohenwald des Ffter Hospitals zum heiligen Geist bei Kronberg/Taunus (mit Franz Heberer, 1910), Gestaltung des Rüdesheimer Platzes für Berlin-Wilmersdorf (mit dem Gartenarchitekten Heinrich Berg, 1911; ausgezeichnet mit dem 1. Preis, stark verändert ausgeführt), Erweiterungsbau der Nassauischen Landesbank für Wiesbaden (mit Franz Heberer, 1914), Treppenverbindung und Terrassenanlage zwischen der Zeppelinallee und der Ginnheimer Landstraße (auf der Ginnheimer Höhe) unter Bebauung angrenzender Grundstücke mit Wohnhäusern für Ffm. (mit Franz Heberer, 1914; ausgezeichnet mit dem 1. und dem 2. Preis) u. a.
Verfasser der (unveröffentlichten) Betrachtung „Spaziergänge durch Welt und Leben“ (um 1937; Typoskript im ISG) mit Gedanken zu seiner Lebensphilosophie unter autobiographischen Anklängen.
Von 1894 bis 1895 Schüler am Städelschen Kunstinstitut. Dort erster Unterricht im Bau- und Fachzeichnen, u. a. bei Wilhelm Manchot (1844-1912). Anschließend Architekturstudium an den Technischen Hochschulen in Darmstadt (1895-97) und München (1898-99). Erste berufliche Tätigkeit im Architekturbüro von Hermann Billing (1867-1946) in Karlsruhe. Reisen nach Italien, Paris und Brüssel. Seit 1902 Architekt in Ffm., zunächst im Büro seines Vaters Franz von H. Beginn der Zusammenarbeit mit dem ebenfalls dort beschäftigten Architekten Franz Heberer. Später (wahrscheinlich ab 1913) eigenes Architekturbüro in Ffm. am Untermainkai 1; vermutlich übernahm H. spätestens 1915 (zusätzlich) das väterliche Büro. Zeitweise war er mit Franz Heberer assoziiert (namentlich unter der Firma „von Hoven & Heberer“ lt. Adr. 1916-18, weiterhin mit einer gemeinsamen Büroadresse lt. Adr. 1919-23 und 1925-30). Wohl nach seiner zweiten Heirat 1918 übersiedelte H. nach Darmstadt, wo er seitdem lebte. Er blieb aber zunächst in dem gemeinsam mit Heberer genutzten Ffter Büro am Untermainkai tätig, auch wenn er zu Beginn der 1920er Jahre aus gesundheitlichen Gründen zumindest zeitweise aussetzen musste. Nominell schied H. erst 1930 endgültig aus dem Ffter Büro aus.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten BDA. Seit 1905 Mitglied der Ffter Künstlergesellschaft. Mitglied des Ffter Architekten- und Ingenieur-Vereins.
Wichtigste Bauten von H. in Ffm.: Neubau der Alten Brücke (mit Franz Heberer und Carl F. W. Leonhardt, 1914-26; stark verändert erhalten) und Erweiterungsbau (Gartenflügel) des Städelschen Kunstinstituts (mit Franz Heberer, 1. und 3. Preis im Wettbewerb 1912, Bauausführung 1915-21; verändert erhalten). Die Zusammenarbeit von H. und Heberer, anfänglich im Architekturbüro von Franz von H., hatte bereits ab 1910 zu einigen gemeinsamen Wettbewerbsteilnahmen geführt. Im Wettbewerb zum Neubau der Alten Brücke in Ffm. erhielten H. und Heberer 1911 unter 24 eingegangenen Entwürfen den ersten Preis, der mit 4.000 Mark dotiert war. Nach dem Erstellen des endgültigen Gesamtplans in Zusammenarbeit mit dem zweiten Preisträger Carl F. W. Leonhardt (1881-1918) und dem städtischen Tiefbauamt wurde der Brückenneubau Ende 1913 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und ab 1914 ausgeführt. Die Bauleitung übernahmen H. und Heberer, zunächst unter Mitarbeit von Carl F. W. Leonhardt (der jedoch im Ersten Weltkrieg fiel); aus gesundheitlichen Gründen musste sich H. ab 1920 aus dem Projekt zurückziehen, so dass die Bauleitung seitdem allein bei seinem Partner Franz Heberer lag. Aufgrund von Witterungseinflüssen (wie der Überschwemmung der Baustelle, 1915) und Zeitumständen (infolge von Erstem Weltkrieg, Inflation und wirtschaftlicher Depression) zogen sich die Bauarbeiten über zwölf (statt der ursprünglich veranschlagten zweieinhalb) Jahre hin. Am 15.8.1926 wurde die neue Alte Brücke feierlich eingeweiht. Das Brückenbauwerk nach dem Gesamtplan von H., Heberer und Leonhardt blieb allerdings unvollendet, da die vorgesehenen Aufbauten, insbesondere das „Brückenhaus“ (mit einem Restaurant und einem Vereinsheim für den Rudersport) und die Inseltreppenanlage an der Maininsel, aus Kostengründen nicht zur Ausführung kamen.
Weitere Bauten von H.: Wohnhaus von H. in der Steinlestraße 36 in Ffm.-Sachsenhausen (als eigener Wohnsitz, 1905; in geringen Resten erhalten, aber weitestgehend durch Neubau ersetzt), Villa Franz Pyhrr in Freiburg/Breisgau (als Kaufmannsvilla, 1906; erhalten), Villa Zacharias in Königstein/Taunus (als Hotelpension, 1908; erhalten), Familiensitz Weißer Berg in (Neuwied-)Niederbieber (Gesamtanlage mit drei Villen und Pförtnerhaus, errichtet für die Direktoren des Eisenwerks Rasselstein; mit Franz Heberer, um 1912; erhalten) u. a.
Weitere Wettbewerbsentwürfe von H.: Genesungsstätte Hohenwald des Ffter Hospitals zum heiligen Geist bei Kronberg/Taunus (mit Franz Heberer, 1910), Gestaltung des Rüdesheimer Platzes für Berlin-Wilmersdorf (mit dem Gartenarchitekten Heinrich Berg, 1911; ausgezeichnet mit dem 1. Preis, stark verändert ausgeführt), Erweiterungsbau der Nassauischen Landesbank für Wiesbaden (mit Franz Heberer, 1914), Treppenverbindung und Terrassenanlage zwischen der Zeppelinallee und der Ginnheimer Landstraße (auf der Ginnheimer Höhe) unter Bebauung angrenzender Grundstücke mit Wohnhäusern für Ffm. (mit Franz Heberer, 1914; ausgezeichnet mit dem 1. und dem 2. Preis) u. a.
Verfasser der (unveröffentlichten) Betrachtung „Spaziergänge durch Welt und Leben“ (um 1937; Typoskript im ISG) mit Gedanken zu seiner Lebensphilosophie unter autobiographischen Anklängen.
Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Lexika:
Dessoff, S. 66.
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Thieme/Becker 17 (1924), S. 579f.
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Zeller, S. 168.
Literatur:
Bund tätiger Altstadtfreunde zu Ffm. (Hg.): Die Brückenweihe zu Ffm. 1926, bes. S. 31-36, 57 (m. Porträtfoto neben S. 36).
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Entwurf zu einer Villa des Herrn Franz Pyhrr in Freiburg in Breisgau. Architekt: Hermann v. Hoven in Ffm. In: Dt. Bauzeitung 41 (1907), Nr. 62 vom 3.8.1907, S. 437.
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[Wettbewerb für den Neubau der Alten Brücke in Ffm.] In: Kunstchronik. Wochenschrift f. Kunst u. Kunstgewerbe NF 23 (1911/12), Nr. 8. (8.12.1911), Sp. 119.
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Opalla: Ffter Künstlergesellschaft 2007, S. 168.
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Risse: Frühe Moderne 1984, S. 87-89 (unter falscher Namensnennung als Franz von Hoven).
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Rödel: Ing. 1983, S. 174-179.
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Schomann: Malerviertel 2016, S. 148, 227, 258, 276.
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Heberer, Franz: Neue Mainbrücke in Ffm. Architekten: Franz Heberer und Hermann von Hoven. In: Wasmuths Monatshefte f. Baukunst 10 (1926), H. 12, S. 490f.
Quellen:
Adr. 1903, S. 185; 1905, T. I, S. 153; 1906, T. I, S. 159; 1913, T. I, S. 217; 1914, T. I, S. 225; 1915, T. I, S. 224; 1916, T. I, S. 225; 1918, T. I, S. 215 u. T. II, S. 243; 1919, T. I, S. 219 u. T. II, S. 252; 1920, T. I, S. 246 u. T. III, S. 7; 1930, T. III, S. 4.
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Wettbewerb Zeppelin-Allee – Ginnheimer Landstraße. In: FZ, Nr. 101, 11.4.1914, Morgenblatt, S. 3.
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Jahrhundertfeier der Städelschen Gemäldegalerie. In: FZ, Nr. 371, 22.5.1921, Erstes Morgenblatt, S. 3.
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Eintrag der Heirat mit Elisabeth Gertraude Kunert, geb. Elbert, Darmstadt, 7.6.1918: HLA, Hess. Staatsarchiv Marburg, Bestand 901 Nr. 260: Standesamt Darmstadt, Heiratsnebenregister 1918, Heiratsurkunde 1918/167.
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ISG, S2/4.617.
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Hoven, Hermann von: Spaziergänge durch Welt und Leben. Typoskript, um 1937. ISG, Sammlung Manuskripte, S6a/425.
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Mitteilungen von Dr. Florian Hoffmann, Archivleiter, Stadt Freiburg im Breisgau, Kulturamt, Abt. Stadtarchiv, per E-Mail vom 8.9.2026.
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Wettbewerb Landesbank Wiesbaden. In: Wiesbadener Zeitung, Nr. 65, 5.2.1914, Morgenausgabe, S. 4.
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hoven, Hermann von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/14607
Stand des Artikels: 14.9.2026
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 09.2026
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. September 2026.