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Pfungst, Arthur

Pfungst, Arthur Joseph. Psd.: Arthur Cornelius. Dr. phil. Fabrikbesitzer. Schriftsteller. Stifter. * 9.3.1864 Ffm., † 3.10.1912 Ffm.
Sohn jüdischer Eltern. Der Vater Julius P. (1834-1899), ein kluger und weitsichtiger Kaufmann, hatte es aufgrund seines Wissens und seines Fleißes durch die Gründung der Schmirgelfabrik „Naxos-Union” in Ffm. zu solidem Wohlstand und überregionaler Anerkennung gebracht, so dass er seinen Kindern – Marie Eleonore, Arthur und Moritz Julius P. (1866-1894) – die beste Erziehung zuteil werden lassen konnte. [Die jüngste Schwester, Hedwig Auguste P. (1870-1873), starb schon im Kleinkindalter.] Schon der Vater stiftete anlässlich des 25. Geschäftsjubiläums 1896 einen Betrag von 100.000 Goldmark für einen Arbeitspensionsfond. In diesem Geist der Hilfsbereitschaft und der sozialen Verantwortung wuchsen auch P. und seine Geschwister auf.
P. verbrachte seine Schulzeit am Philanthropin und ging danach zur Handelsschule. Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule in Hannover, wechselte dann aber an die Philosophische Fakultät nach Leipzig. Mit 20 Jahren wurde er zum Dr. phil. promoviert. Mit 22 Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Indologie und Buddhismus. Ergebnis waren ein unter dem Pseudonym Arthur Cornelius erschienener Gedichtband „Laskaris” und eine Übersetzung des Buchs „Buddha, Leuchte Asiens” aus dem Englischen. P. studierte Sanskrit und beherrschte viele europäische Sprachen wie seine Muttersprache.
Nach dem Tod des Vaters 1899 musste P. die Verantwortung für die Fabrik übernehmen. Das war für ihn vor allem deshalb nicht leicht, weil sich sein Leben auf zwei ganz unterschiedlichen Ebenen entwickelt hatte: hier Unternehmer, da Wissenschaftler und Freigeist. Die schöngeistigen Tätigkeiten waren für P. oft wichtiger als sein Beruf. P. war unermüdlich bestrebt, seine freiheitlichen und erzieherischen Ideen weiterzugeben, sowohl durch Worte als auch durch Taten. In der Hauptsache ging es ihm darum, das Bildungsniveau der weniger Bemittelten zu heben. 1900 gründete er den „Neuen Ffter Verlag”, in dem er seit 1901 die Zeitschrift „Das freie Wort” herausgab.
Im Übrigen unterstützte er viele Wohltätigkeitsunternehmen und volkshochschulähnliche Einrichtungen, aber nie militärische oder streng klerikale Organisationen.
Ehrungen und Sonderstellungen lehnte P. grundsätzlich ab.
Schon P.s Eltern hatten 1894 die Gründung einer „vom Geist der humanen Ethik” geleiteten Stiftung beabsichtigt. In diesem und insbesondere in P.s Sinne realisierten die Mutter Rosette Bertha P., geb. Oppenheim (1839-1922), und die Schwester Marie Eleonore P. 1918, sechs Jahre nach P.s Tod, die „Dr. Arthur P.-Stiftung” in Ffm.
Franz Angermann (1886-1939) verfasste 1923 ein vierbändiges Werk über P.s Leben und Wirken.
P.straße im Ostend.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 137f., verfasst von: Mile Braach.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Dieter Rebentisch in: NDB 20 (2001), S. 367f.
Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 28 Bde. Berlin 1953-2024. Fortgesetzt ab 2020 als: NDB-online (www.deutsche-biographie.de/ndbonline).
| Schäfer: Ffter Dichter, S. 304-309, 489.
Schäfer, Theo (Hg.): Ffter Dichterbuch. Ffm. 1905.
Literatur: Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 344-346.
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.
| Schembs: Jüd. Mäzene u. Stifter 2007, S. 106-108.
Schembs, Hans-Otto: Jüdische Mäzene und Stifter in Ffm. Hg. v. d. Moses Jachiel Kirchheim’schen Stiftung. Mit einer Einführung von Hilmar Hoffmann. Ffm. [Copyright 2007].
Quellen: ISG, S2/584.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
Internet: Hess. Biografie, 27.1.2026.
Hessische Biografie, Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Instituts für Landesgeschichte in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen.
https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18614_pfungst-arthur

GND: 116173807 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Braach, Mile: Pfungst, Arthur. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/762


Stand des Artikels: 31.3.1996

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