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Neuerscheinungen vom 10. September 2026

Von Sabine Hock , 10. September 2026

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

im Herbst vor 150 Jahren begann sich die bürgerliche Frauenbewegung in Frankfurt zu organisieren. Vom 24. bis zum 27. September 1876 kam der deutsche Frauentag, verbunden mit der 8. Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF), erstmals in Frankfurt zusammen. Wenige Wochen später, am 5. November 1876, wurde der Frankfurter Frauenbildungsverein gegründet, dem bald weitere Frauenvereine folgten. Knapp 20 Jahre später war der Frauentag, zugleich mit der mittlerweile 18. Generalversammlung des ADF, zum zweiten Mal in Frankfurt zu Gast. Zum Abschluss des Kongresses bildete sich am 4. Oktober 1895 die Frankfurter Ortsgruppe des ADF. Damit war eine neue Basis für die künftige Arbeit der Frauenbewegung in Frankfurt geschaffen. Eine der Protagonistinnen, die bald nach der Gründung in der Frankfurter Ortsgruppe des ADF aktiv wurde, wird im aktuellen Artikel des Monats vorgestellt.

Artikel des Monats September 2026:
Von der Fabrikantengattin zur Frauenrechtlerin

Sie war wahrscheinlich die erste Stadtverordnetenvorsteherin in Deutschland: Friederike Bröll. Die gebürtige Frankfurterin, Tochter des Konditors Julius Friedrich Wilhelm Haack, der sich später auf den Handel mit rohem Eis verlegte, hatte im Alter von 22 Jahren 1876 den Schirmfabrikanten Wilhelm Bröll geheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, eine 1881 geborene Tochter und einen 1883 geborenen Sohn, und war 1886 aus der Frankfurter Innenstadt in das Nordend gezogen. Vielleicht angeregt durch ihre Schwägerin Emma Bröll, die dem Vorstand des Frankfurter Frauenbildungsvereins und der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) angehörte, begann Friederike Bröll um 1896, sich in der bürgerlichen Frauenbewegung zu engagieren. Sie arbeitete zunächst als Vorstandsmitglied im Frauenverein für Gymnastik und als aktives Mitglied in der Frankfurter Ortsgruppe des ADF mit.
Besonders förderte Friederike Bröll die 1897 eingerichtete Frankfurter Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen, deren Vorsitz sie 1900 übernahm. Seit 1902 war sie zudem Vorsitzende der „Verbündeten Kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte“. Im Oktober 1905 wurde sie in den Hauptvorstand des ADF gewählt. Obwohl Friederike Bröll mit ihrer Familie seit 1906 in Oberursel lebte, behielt sie alle ihre Ämter, auch in den Frankfurter Frauenvereinigungen, bei. Erst im Oktober 1911 legte sie ihre Position im Hauptvorstand des ADF zugunsten von Jenny Apolant nieder, und im Sommer 1912 verzichtete sie auf eine Wiederwahl in den Vorstand der „Verbündeten“.
Die politischen Möglichkeiten, die sie in dem langen Kampf für das Frauenstimmrecht miterstritten hatte, nutzte Friederike Bröll in der beginnenden Weimarer Republik sofort: Sie zog als Abgeordnete der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und damit als eine der beiden ersten Frauen 1919 in die Stadtverordnetenversammlung in Oberursel ein. Im September 1920 stieg sie sogar zur Stadtverordnetenvorsteherin in Oberursel auf.
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Mit dem Artikel über Friederike Bröll wird die in loser Folge erscheinende Reihe von Biographien aus der Frankfurter Frauenbewegung im Frankfurter Personenlexikon fortgesetzt. Die Lebensläufe vieler Frauen, die sich an führender Stelle in der bürgerlichen Frauenbewegung in Frankfurt um 1900 engagierten, sind nur noch bruchstückhaft bekannt. Auch die Biographie von Friederike Bröll musste von der Verfasserin Ingeborg Boxhammer in akribischer Quellenarbeit erst rekonstruiert werden. Entstanden ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der frühen Frankfurter Frauenbewegung und zur Biographie einer von deren bedeutendsten Vertreterinnen.

Außerdem erscheint in der aktuellen Lieferung ein Artikel über Hermann von Hoven, der die im vorigen Editorial angekündigte Reihe der Architekten der neuen Alten Brücke anlässlich von deren Jubiläum weiterschreibt. Der Artikel über den dritten der Brückenbaumeister folgt.

Nun war dieser lange und heiße Sommer doch schneller vorbei als erwartet. Genießen Sie den Herbst!

Beste Grüße und Wünsche
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Oktober 2026.

Neue Artikel in diesem Monat:

Bröll, Friederike
Hoven, Hermann von
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